Aus Gründen der Lesbarkeit verwenden wir teilweise vereinfachte Formulierungen. Selbstverständlich sind dabei alle Menschen – unabhängig von Geschlecht oder Identität – gleichermaßen angesprochen.
Hört Euch den Beitrag hier an:
Zusammenfassung vom Treffen April 2025 Datum: Dienstag, 29.04.2025 Uhrzeit: 20:00 Uhr – 21:00 Uhr Art des Meetings: Online-Austauschtreffen für Persönliche Assistent:innen
Eingeladen waren Assistent:innen verschiedener Auftraggeber:innen. Wir waren diesmal nur eine kleine Runde, doch der Austausch war umso intensiver und gewinnbringend. Ziel des Treffens war es, Erfahrungen zu teilen und sich gegenseitig Impulse für den Arbeitsalltag zu geben.
Thema 1: „Ich bin keine Freund:in – Rollenverständnis und Klarheit in der Persönlichen Assistenz“
Kurzeinführung Persönliche Assistenz ist ein Arbeitsverhältnis, das sehr nah an die privaten Lebensbereiche der unterstützten Person heranreicht. Nähe ist wichtig – aber zu viel Nähe kann die professionelle Rolle verwischen.
Diskussionspunkte & Erkenntnisse
Warnsignale für zu große Nähe
Häufige private Nachrichten ohne Arbeitsbezug
Gefühl, „unverzichtbar“ zu sein – auch außerhalb der Dienstzeiten
Schwierigkeiten, „Nein“ zu sagen, um niemanden zu verletzen
Grenzen wahren, ohne unfreundlich zu wirken
Klare Kommunikation („Ich helfe dir sehr gern, solange ich im Dienst bin.“)
Aufgabenbereiche definieren & bei Extra-Wünschen Rücksprache halten
Sich bewusst machen: Assistenz ≠ Freundschaftliches Auffangnetz
Umgang mit eigener Überbeteiligung
Reflexion im Team oder in Supervision
Prüfen: Handle ich noch professionell oder schon privat?
Gegebenenfalls Abstand herstellen und Grenzen neu setzen
Wenn mehr Nähe eingefordert wird
Rolle als Assistent:in erklären und Alternativen anbieten (Peer-Netzwerk, andere Kontakte)
Bei wiederholtem Überschreiten der Grenze Unterstützung durch Knackpunkt holen
Take-away Professionelle Nähe bedeutet, empathisch zu sein, ohne die vereinbarte Rolle zu verlassen. Klare Kommunikation schützt beide Seiten vor Überforderung.
Thema 2: „Ich kann nicht mehr – Über Belastung sprechen und Hilfe suchen“
Kurzeinführung Assistenzarbeit ist emotional fordernd und oft wenig planbar. Viele sprechen ihre Erschöpfung nicht an – aus Loyalität oder Angst vor Konsequenzen.
Diskussionspunkte & Erkenntnisse
Anzeichen für Überlastung
Dauerhafte Müdigkeit selbst nach freien Tagen
Geringe Geduld oder wachsende Gleichgültigkeit gegenüber Auftraggeber
Häufig gereizte oder traurige Stimmung
Konkrete Strategien bei Erschöpfung
Kolleg:innen / Supervision einbinden
Dienste reduzieren oder flexibler einteilen
Gezielter Ausgleich durch Sport, Hobbys, soziale Kontakte
Belastung offen ansprechen
Frühzeitig formulieren: „Ich merke, dass ich an meine Grenzen komme …“
Betonung der langfristigen Qualitätssicherung
Unterstützung suchen heißt Verantwortung übernehmen, nicht Schwäche zeigen
Strukturelle Verbesserungsideen
Regelmäßige Austauschformate (wie dieses Treffen)
Niederschwellige Supervision / externe Beratung
Öffentlichkeitsarbeit: Bewusstsein für die anspruchsvolle Assistenzarbeit stärken
Take-away Offene Kommunikation über Belastung ist essenziell, um langfristig gute Assistenz leisten zu können. Selbstfürsorge ist Teil der Professionalität.
Offene Fragen & nächste Schritte
Wie können wir niederschwellige kollegiale Beratung sichtbar machen?
Bedarf es eines Leitfadens zum Thema Rollenverständnis? Wer möchte daran mitarbeiten?
Nächster Termin: voraussichtlich Mitte/Ende Juni 2025 (genaues Datum folgt). Themenvorschläge gern per E-Mail an assistent.innennetz@gmail.com.
Vielen Dank an alle Teilnehmenden für den offenen Austausch und die wertvollen Einblicke! Das nächste Online-Treffen kündigen wir wie gewohnt rechtzeitig an.
Assistent:innenNetz
Eine Initiative von knack:punkt - Selbstbestimmt Leben Salzburg ZVR 489305500